Antigua – Uralte Osterbräuche

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In Guatemala City bin ich erst mal unentschlossen, wohin es weiter gehen soll. Eigentlich hatte ich vor eine Nacht in Antigua zu bleben (ein mittelalterliches Städtchen auf dem Weg zum Atitlansee). Aber im Hostel erfahre ich, dass dort eine grosse Prozession stattfinden soll und es dementsprechend voll sein wird. Auch der Transport dorthin könnte schwierig werden, da wegen des Andrangs mit Staus zu rechnen ist. Zudem ist es Sonntag und der öffentliche Transport ist eingeschränkt – auch die shuttles, die es in Guatemala reichlich gibt, fahren Sonntags kaum.

Ich checke mal die Verfügbarkeit von Zimmern in der folgenden Nacht und da sieht es gar nicht so schlecht aus. Und da es noch früh am Tag ist, entschliesse ich mich dennoch nach Antigua zu fahren. Taxis in Guatemala Ciity sind mit Taximeter ausgestattet und sehr günstig. Das Feilschen entfällt also… Und ich finde auch gleich einen lokalen Bus, der nach Antigua abfährt. Die letzten 5 km vorm Ort stehen wir zwar im Stau, aber die Gesamtfahrzeit beträgt dennoch nur 1,5 Stunden.

Ich finde ein nettes Zimmer mit eigenem Bad für gut 10 Dollar und mache mich auf die Stadt zu erkunden.

Und ich bin positiv überrascht und froh diesen Zwischenstopp eingelegt zu haben. Hunderte von violett gekleideten Gestalten bevölkern die Strassen, die Stadt ist richtig schön und die Stimmung super. Erst denke ich, dass die lila Kapuzenmännchen Mönche sind und wundere mich schon als eine Touristin einem dieser Mönche ein laszives “muy caliente” zuruft…. aber dann stelle ich fest, dass es ganz normale Männer sind, die diesen alten Brauch pflegen.

Ich erfahre, dass die Osterprozessionen von Antigua weltberühmt sind und zu den grössten überhaupt gehören. An Ostern scheint die Stadt komplett von Touristen ausgebucht zu sein, aber es geht eben schon 2 Wochen vorher los und da sind es überwiegend Einheimische, die die Strassen bevölkern.

Seit den frühen Morgenstunden werden tonnenschwere Szenenbilder aus der Leidensgeschichte Jesu herum getragen. Die Männer tragen ca. 3 Tonnen, die Frauen 1 Tonne.

Vor der Prozession wird die Strasse mit Dutzenden von Blumenteppichen geschmückt, die sorgsam gehegt werden. Erst die Prozession zertrampelt die Kunstwerke und hinterher fegt ein Reinigungstrupp alles zusammen.

Begleitet wird das ganze von getragener Musik. Die Menschen, die teilweise auch als Römer oder Kuklux-Clan ähnliche Gestalten verkleidet sind, haben sehr verbreitet richtiggehende Charakterköpfe.

Bevor die Szenenbilder vorbei ziehen wird alles gründlich mit Weihrauch eingeräuchert – so gründlich, dass man regelrecht high davon wird.

 

Bervor ich am Montag weiter fahre zum Lago Atitlan, habe ich noch den Vormittag über Zeit durch die jetzt ruhigen Strassen zu streifen:


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