Los Angeles

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Inzwischen habe ich die erste Nacht in einem Hostel direkt am Hollywood Boulevard verbracht.

Die Gepäckausgabe hat ewig gedauert, so dass ich etwas Schwierigkeit hatte nach Mitternacht mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hollywood zu kommen. Auf den Strassen noch jede Menge Verkehr, aber ab Mitternacht fährt unter der Woche keine Metro mehr.

Aber meine Stimmung ist inzwischen etwas besser. Im Flieger hatte ich einen netten rastagelockten Professor für amerikanische Literatur sitzen und an der Bushaltestelle am Airport komme ich ins Gespräch mit einer netten Frau aus der San Francisco Bay Area….

Ich nehme einen Bus zum zentralen Bahnhof Union Station in Downtown LA für 8 Dollar, brauche dort noch 20 min bis ich endlich ein Taxi gefunden habe und bin 15 min später und 30 Dollar ärmer bei meinem Hostel direkt am Hollywood Boulevard, ja genau dort wo auf dem Pflaster die ganzen Stars verewigt sind…

Ich schleiche mich ins Dorm, aber als ich reinkomme ist noch niemand am Schlafen, klar, es ist ja auch erst halb zwei Uhr früh und die Nacht ist noch jung…Ein kurzer Bummel über den Boulevard, eine fettige Pizza auf die Hand, das Treiben beobachten und dann versuchen ein paar Stunden mit Ohropax zu schlafen.. ist mir auch einigermassen gelungen…..ich war müde genug.

Jetzt heisst es auschecken und auf zum Abholen des Relocation Campervans!


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Kauai

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Die zweite Insel Hawaiis, die ich mir seit ein paar Tagen anschaue. Etwas verschlafener, weniger Luxustourismus, aber auch weniger alternative Szene.

Dafür aber wirklich sehr beeindruckende Landschaften! Und Strände, die nicht so überfüllt sind, wie auf Maui.

Meine erste Nacht auf Kauai :

Berglandschaften, in denen man sich Dinosaurier vorstellen kann (Teile von Jurassic Park wurden hier gedreht). Und ein Canyon, der durchaus an den grossen Bruder in Arizona erinnert.

Der Canyon:

Highlight ist sicher neben dem Canyon die Napali-Coast, wo es keine Strasse, wohl aber einen 11 Meilen langen Treck gibt, von dem alle vorschwärmen. Eine offizielle Campinggenehmigung ist nicht mehr zu bekommen, aber ich habe bisher so einige Leute getroffen, die ohne Genehmigung losgezogen und nicht erwischt wurden. Und so werde ich es ab morgen auch versuchen….

Es gibt schöne Campingplätze, aber nirgendwo gibt es eine Rezeption. Man muss sich offiziell die Genehmigungen vorher holen. Bei einigen geht das online, was ja ganz ok ist. Aber andere muss man persönlich bei Stellen beantragen, die so eingeschränkte Öffnungszeiten haben, das es ein Witz ist. Zumal die Campinggebühr für diese staatlichen Plätze lediglich 3 Dollar beträgt. Da sollte sich Hawaii mal ein Beispiel an Neuseeland nehmen. Solche einfach ausgestatteten Plätze gibt es dort zuhauf for free und ohne umständliche Voranmeldungen!

Diese Praxis fordert also quasi zum Katz und Mausspiel mit den Rangern heraus. Ich habe schon den Begriff &Ranger-Danger& gehört….

Inzwischen bin ich gut von der Wanderung zurück. Ich glaube, das war die schönste Küstenwanderung auf der Welt, die mir bisher begegnet ist. Toppt sogar den Abel-Tasman in Neuseeland, weil man 95 % der Zeit das Meer sieht. Und gleichzeitig diese Berglandschaften, die so abwechslungsreich sind, dass hinter jeder Ecke wieder ein neues Ahhh und Ohhh wartet. Der Weg führt von einer der regenreichsten Regionen hinüber in eine wüstenähnliche Trockenzone. Von daher ändert sich auch die Vegatation drastisch. So geht es dir ersten 6 Meilen durch üppig grünen Regenwald und Sonne und Regenschauer wechseln sich im 10 Minutentakt ab. Aber da es warm ist, laufe ich nur mit kurzer Hose und Bergschuhen bekleidet und bin schon bald bis auf die Knochen nass, sowohl vom Schweiss als auch vom Regen. Kein Wunder bei der Luftfeuchte und knapp 90 Grad….Fahrenheit. Das sind 30 Grad Celsisus.

Ich habe mich langsam heran getastet, da ich mir dummerweise am Vorabend dermassen meinen kleinen Zeh angestossen habe, dass er dick blau angeschwollen ist und beim bewegen richtig weg tut. Ich teste es mal an mit den Bergschuhen und es scheint ganz gut zu gehen. (Am Abend nach den 11 Meilen stelle ich fest, dass es sogar besser geworden ist, Gott sei Dank!) Ich bin erst um kurz vor 11 losgekommen und so wird es 19 Uhr, bevor ich in Kalalau am Ende des Trails ankomme. Immerhin noch 30 min vor Sonnenuntergang. Kalalau ist heiliges, althawaiianisches Land und es gibt sogar noch Überreste eines Tempels. Und der Ort hat noch heute etwas magisches. Einer der schönsten Plätze, den ich auf der Welt kenne. Als ich ankomme spannt sich ein gigantischer Regenbogen auf, der das Willkommen noch prächtiger gestaltet.

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Ein wunderbarer Sandstrand, ein Fluss und ein Wasserfall, beides in Trinkwasserqualität, bizarre Berglandschaften und schattige Campmöglichkeiten unter Bäumen. So strahle ich übers ganze Gesicht, als ich dort ankomme und komme auch mit einigen netten Leuten ins Gespräch, die mein Strahlen erwidern. Barbusige Hippie-Göttinnen schlendern barfuss durch den Wald und es wird hier und dort am Lagerfeuer gesungen und Ukulele gespielt. Paradiesisch!

Ich bin jedoch ziemlich müde, koche mir noch schnell ein paar Spaghetti mit Fertigsosse und gehe früh schlafen.

Am nächsten Morgen fühle ich mich etwas aus dem Paradies vertrieben. Ein Boot landet und 20 junge Kerle schlagen in meiner unmittelbaren Nähe ihre Zelte auf, lärmend und schon morgens um 10 Uhr die Bierdosen in der Hand. Ich gebe klein bei und baue mein Zelt einige Hundert Meter weiter auf, wo es mir friedlicher aussieht.

Anschliessend mache ich mich auf zu einer kleinen Wanderung der Flusslauf hoch, der immer wieder durch Badepools und kleine Wasserfälle aufgelockert ist. Unten am Strand und auch hier ein Stück weiter oben wohnen eine ganze Reihe Hippies, teilweise schon monate- oder jahrelang. Die Nationalparkverwaltung lässt sich nur in etwa einmal pro Jahr sehen und so haben auch fast alle, die hier campieren so wie ich keine Genehmigung. Von daher schon mal Entspannung. Die Leute, die hier leben, jagen, fischen und haben sogar einen community-garden. Das und noch mehr erfahre ich von Tennessie (der eigentlich Matthew heisst, aber hier so genannt wird, weil er aus Tennessie stammt.). Ein Lebenkünstler, der ein bischen mit Gras dealt, von Gelegenheitsjobs lebt und vom schweissen, dachdecken, Einzelhandel, farming so ziemlich alles drauf hat, was man braucht, er kann sogar wilde Ziegen mit blossen Händen und einem Messer Strecke bringen:

Und ausserdem hat er zwei Kinder mit zwei von den Hippie-Göttinnen, die hier so herum springen…

Nachmittags und abends, und auch am nächsten Tag wird meine Stimmung schlechter. Trotzdem ich hier im Paradies bin, kann ich mit den Leute nicht so andocken und habe auch nichts zu lesen dabei, was mich ablenken oder beschäftigen würde. Vom Herumstreunern bin ich müde und die Sonne am Strand brennt erbarmungslos runter…. Und da ich schlecht drauf bin, klappt das mit dem Andocken auch überhaupt nicht mehr. Die Langzeithippies erscheinen mir als als eingeschworene Gemeinschaft, die mich nicht einladen mich zu ihnen zu gesellen und dann gibt es noch eine Gruppe bierbäuchiger, langbärtiger Gesellen, die am prominentesten Platz vom ganzen Strand hausen und sich etwas als die Chefs aufspielen. Deren Umgangston gefällt mir nicht besonders und die Tatsache, dass sie den ganzen Tag rumhängen und Dosenbier saufen, finde ich auch nicht so einladend.  Und dann beginnen mich die ganzen Ausflügler zu nerven. Ständig kreisen 2-3 Sightseeing-Hubschrauber über diesem spektakulärene Küstenabschnitt, so dass der Fluglärm nervt. Und dazu kommen noch mindestens 50 Sightseeing-Boote pro Tag…

Trotzdem versuche ich meine Essensvorräte noch etwas zu strecken, um nicht nur zwei sondern 3 Nächte dort zu bleiben. Zu einem ist der Platz einfach schön, und zum andern bin ich vom Hinweg und dem Tag herumstreunern am Fluss ziemlich ko und brauche noch Erholungszeit, bevor ich mich auf den Rückweg mache. Ich rationiere also das Essen und mir ist etwas bange vor dem Rückweg. Aber letztlich kommt das alles ganz gut hin. Am dritten Tag bin ich noch bis 15:30 Uhr dort und mache mich dann auf den Weg die ersten 5 Meilen noch an diesem Tag zu laufen. Sobald ich unterwegs bin, wird meine Stimmung auch wieder besser, und obwohl ich das Essen rationiert habe, so bin ich doch kraftvoll genug um den Weg in Angriff zu nehmen. Die Zwischenübernachtung im Wald tut gut und am nächsten Tag sind die letzten 6 Meilen auch ganz gut machbar. Die Landschaft ist einfach einzigartig schön. Und ein bischen stolz bin ich dann auch das alles so gut geschafft zu haben.

Ich habe noch einen Campingplatz beim Canyon auf der anderen Seite der Insel gebucht und so mache ich nach einem Burger-Stopp, einem Bade-und Frischwasser-Duschstopp und einem Starbucks-Internet-Stopp, Safeway-Einkaufsstopp, mich auf die 40 Meilen… Als ich ankomme ist es bereits dunkel und die Temperatur ist nur noch knapp über 60 Grad (17 Grad Celsius) weil ich mich auf etwa 3600 Fuss befinde. Seit langem wohl mal wieder eine Nacht, wo ich den Schlafsack wirklich gebrauchen werde…

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Jetzt sind meine letzten Stunden auf Hawaii angebrochen. Ich sitze beim Starbucks, nutze das freie WIFI und habe bereits für meine Flüge nach Honolulu mit Anschluss nach Los Angeles eingecheckt.

Die letzte Nacht werde ich wohl noch mal Katz und Maus mit den Rangern spielen. Ich war sogar vorhin auf dem betreffenden County-Park Campground. Und ich habe dann sogar noch zu den regulären Öffnugnszeiten das Buchungsbüro aufgesucht. Und ich war dann sehr erstaunt zu hören, dass der Platz für heute ausgebucht sei – es stand vorhin nämlich nur genau ein Zelt da….. Und es ist Montag, also kein Ansturm zu erwarten. Allerdings etwas unangenehmes dosenbiersaufendes Prol-Pack vor Ort…. Von daher bin ich erst mal ein paar Kilometer weiter gefahren in die Luxus-Strandwelt der “Schönen” und Reichen, und nach Sonnenuntergang werde ich auf dem County-Campground schon noch ein Plätzchen zum Schlafen finden Nach Sonnenuntergang dürfte niemand mehr kontrollieren, und um 4:30 Uhr früh muss ich eh aufbrechen, um rechtzeitig zum Flieger zu kommen.

Ich verstehe es nicht, warum die Amis (oder die Hawaiianer) es nicht hinbekommen Campgrounds nach vernünftigen Standards zu betreiben. Mit einer Rezption, die zumindest einige Stunden am Tag besetzt ist und mit Leuten, die ggf. für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Die Anlagen sind nämlich in erbärmlichem Zustand und es treibt sich zum Teil etwas zwielichtiges Gesindel dort herum… Da denke ich gerne an den neuseeländischen Standard mit guten kostenlosen Campgrounds und mit Pay-Campgrounds, die wirklich etwas bieten (Saubere Sanitäranlagen, Küchen, Kühlschränke, Steckdosen, teils WIFI, etc…)

Angesichts des übermässigten Bierkonsums einiger Individuen auf Hawaii ist der dämliche deutsche Schlager “Es gibt kein Bier auf Hawaii” schon mal eindeutig widerlegt. Jeder durchschnittliche Supermarkt führt so ungefähr 50 verschiedene Biersorten aus aller Welt, auch Bitburger, Warsteiner, etc.. Und das es keinen kühlen Fleck gäbe, wie in dem Schlager behauptet wird, stimmt auch nicht! Schon mal zum Sonnenaufgang auf einem 3000 m hohen hawaiianischen Vulkan gewesen? “Und nur vom Hula-Hula geht der Durst nicht weg”, so ein Quatsch, Hula habe ich überhaupt nur ein einziges Mal gesehen, und nur als Touristenattraktion. Bier ist da viel präsenter als Hula… Das kann wohl nur von einem Schlagerkollegen von Udo Jürgens verfasst worden sein, der wie er sang “Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii”…

Hawaii ist für die Amis in etwa sowas wie für die Europäer die kanarischen Inseln. Ein Tropenparadies vulkanischen Ursprungs, mit ähnlicher Kultur wie der zu Hause, guter Infrastruktur und entsprechenden Preisen. Nur wenige Flugstunden entfernt….Auch die Landschaft hat mich teilweise an die Kanaren erinnert – die vielen verschiedenen Mikroklimas – von Lavawüste auf der einen Seite bis hin zu üppigem Grün auf der anderen Seite.

Dass von der ursprünglich hawaiianischen Kultur kaum noch was spürbares übrig geblieben ist, könnte ich jetzt wieder zum Anlass nehmen, um über die amerikanisch-inperialistische Politik herzuziehen in Verbindung mit meinen anderen Lieblingsthema, den christlichen Missionaren, der den Hawaiianern, den verführerischen Hüftschwung abtrainiert haben….. aber ich lass das jetzt einfach mal so stehen.

In Zukunft wird mich noch eine Menge mehr amerikanischer Kultur erwarten. Morgen abend habe ich ein Hostel in Los Angeles – Stadtteil Hollywook gebucht…

Und dann geht es den Highway 1 die pacific coast hoch in einem gemieteten Campervan, der mich ausser dem Sprit gar nix kosten wird (wie ich das angestellt habe, werde ich demnächst noch ausführlicher berichten). Und zum amerikansichen Nationalfeiertag (04. of July) werde ich dann in der San Francisco-Bay-Area sein… und ich freue mich schon über die Golden Gate Bridge zu fahren… ;-)

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Die Nacht auf dem angeblich ausgebuchten Campingplatz war schon ein Erlebnis der besonderen Art. Auf dem Campingplatz selbst stand ausser meinem kein einziges Zelt, nur ausserhalb ein paar Zelte, dort wo stand &No camping, no trespassing&. Keine anderen Touristen.

Ich wartete strategisch eine Weile, bis ich mein Zelt aufbaute und das war auch gut so. Gegen 20:15 kam ein Ranger vorbei und leuchtete in die Zelte. Ich nutzte die Zeit, um etwas am Strand entlang zu schlendern… Etwas seltsame Gestalten dort: Grosse Pickup-Trucks, aus denen Musik wummert, einige pflügen mit ihren 4×4 mit aufheulenden Motoren durch den Sand, auf dem Campground hängen dosenbiersaufende langhaarige und langbärtige Gestalten herum… Aber was bleibt mir anderes übrig, als hier zu bleiben? Wenn ich nicht für eine halbe Nacht über 100 Dollar ausgeben möchte?

Als der Ranger sicher ausser Sichtweite ist, baue ich so gegen 21 Uhr ein Zelt auf, und zwar in der hintersten Ecke des Platzes, wo ich weg bin von den hellen Strassenlaternen und auch von den saufenden Pennern. Ein kurzer Blick in die Wetter-App: Es könnte Schauer geben diese Nacht. Kurzer Blick in den Himmel: Sternenklar…. Ich entscheide mich für die einfache Variante, d.h. nur das Innenzelt aufzubauen, sollte es doch regnen, so habe ich das Aussenzelt griffbereit. Ausserdem ist es noch richtig heiss und das Innenzelt alleine ist deutlich luftiger. Aber kaum liege ich im Zelt, dreht jemand 10 m von mir entfernt in einem Pavillon Reggae-Musik auf. Ich höre mir das eine Weile an, und gehe dann zu ihm und bitte ihn &Hey brother, how is it going? Would you mind turning down the volume of your music a bit? I am trying to sleep over there& Und er sagt &Ok, bro, no problem& und macht die Musik aus. &See you in the morning, bro&. Also ein freundlicher Zeitgenosse. Aber dann fängt er an immer wieder das Licht im Pavillion anzumachen, so dass es mein Zelt hell erleuchtet. Schlecht mit schlafen… Und dann fahren immer wieder Autos am Parking-Space vor und ich habe jedes Mal Schiss, dass sie mir das Auto aufbrechen.. Und dann bekommt mein Nachbar noch mitten in der Nacht Besuch von einem sehr grossen und kräftigen Typen und die beiden reden eine ganze Weile und laufen dann in der Nähe meines Zeltes herum. Ich habe ein so ungutes Gefühl, dass an Schlaf kaum zu denken ist….Aber irgendwann schlafe ich dann wohl doch mal ein Stündchen… Und um 4 Uhr geht eh mein Wecker und ich baue das Zelt ab, zumindest trocken ist es geblieben… Mein Nachbar ist auch schon (oder noch) wach und wünscht mir &good morning bro, take care&..

Es ist gar nicht so leicht so früh schon eine offene Tankstelle zu finden, wo ich den Mietwagen noch volltanken kann. Und dann wollen die zur Authentifizierung der Kreditkarte meine Postleitzahl wissen, die deutsche funktioniert nicht und die lokale hawaiianische auch nicht. Also gehe ich zur Kasse und die fragen mich, wie viel ich tanken will. Als ich sage &voll& sind sie überfordert, sie brauchen einen Betrag, bevor sie die Pumpe freischalten können. Ich habe keine Ahnung, wieviel ich brauche, sie belasten mal 40 Dollar, und sagen, dass dann nur der tatsächliche Betrag belastet würde. Ich tanke für 22 Dollar, und bin mal gespannt auf meine Kreditkartenabrechnung, ob das geklappt hat… Überall sonst auf Hawaii war das super einfach mit der Kreditkarte zu tanken, nur diese einzige Tankstelle, die schon so früh auf hat, zickt so herum…

Ich schaffe es dann noch mit ein paar Minuten Verspätung den Mietwagen um 5:35 Uhr zurück zu geben. Soweit alles klar. Aber ich brauche bis fast 6 Uhr um alles zusammen zu packen. Das konnte und wollte ich in der dunklen Nacht auf dem zwielichtigen Campground nicht machen. Im ersten Tageslicht ist das schon besser. Um 7 Uhr geht mein Flug und der Shuttle-Bus zum Terminal fährt mir vor der Nase davon, jetzt wird es schon ein wenig knapp…. Durchgeschwitzt schaffe ich dann noch alles rechtzeitg und sitze um 7 Uhr im Flieger, aber wir starten nicht, technischer Defekt, evtl. 10 min Verzögerung, dann 30 min, dann alles aussteigen, das wird mit dieser Maschine heute nichts mehr… Mist, ich verpasse gerade meine Anschlussflug nach Los Angeles, der um 8:25 Uhr in Honolulu Boarding hat. Lediglich ein 20 min Hüpfer von Kauai nach Oahu, aber wenn man festsitzt…

Heute ist echt nicht mein Tag! Murphie hat ziemlich massiv zugeschlagen! Ich stürme aus dem Flieger zu dem Bodenpersonal, das sich angeblich um die Anschlussflüge kümmern soll.  Aber ich werde abgewimmelt – sie sind dabei alle umzubuchen und würden alle einzeln aufrufen. Ich frage trotzdem mehrfach nach, um nach 30 min schliesslich die Auskunft zu erhalten, dass sie mit der Fluggesellschaft meines Anschlussfluges keine Kooperation hätten, so dass sie das nichts für mich machen können. So langsam ist mein Geduldsfaden ziemlich angespannt und ich werde recht deutlich und kann schliesslich mit einer Managerin sprechen. Ich sage, dass es mir scheissegal wäre, mit wem sie Kooperationen hätten oder nicht, sie stehen für mich in der Verantwortung die Folgen ihrer Verspätung zumindest finanziell auszugleichen. Sie sehen das anders und sehen ihre Pflicht mich lediglich möglichst schnell mit einem der nächsten Flieger nach Honolulu zu bringen. Aber immerhin bekomme ich eine Business-Card von einer Reklamationsstelle….

Ich versuche also auf eigene Faust die andere Airline zu erreichen, muss aber nach einer halben Stunde Warteschleife aufgeben, ohne mit jemand gesprochen zu haben, weil jetzt der Flug Boarding hat (nicht der erste der möglich gewesen wäre, aber der zweite…). Aber ich sehe online, dass sie heute eh keinen Flug mehr nach Los Angeles hätten. Und der Flug, für den ich eingecheckt habe, ist dummerweise auch on time.

Also was tun? Ausgerechnet dieses Mal habe ich eine richtige Kette gebucht. Kaui-Oahu-LA-das Hostel in Hollywood-der Mietwagen for free… Zu blöd, wenn das alles platzt!

Also checke ich auf dem Weg in dem Finger, der zum Flieger führt noch alternative Flüge und schaffe es dann tatsächlich noch für den gleichen Tag einen anderen Flug nach Los Angeles zu buchen. Die 300 Euro werde ich dann versuchen mit später wieder zu holen…. Angekommen in Honolulu gehe ich zum Customer Service von Hawaiian Airlines, aber die können mir auch nicht weiter helfen…Ich gehe mit de Kommentar, dass ich mit ihrem Kundenservice überhaupt nicht zufrieden sei. Also rufe ich die Nummer von der Businesskarte an und gelange an eine Stimme mit stark asiatischem Akzept, die mich mit Standardantworten abspeisen will. Sie könnte mir nicht helfen, ich müsste ein Formular ausfüllen und dann würde man weiter sehen. Ob sie mich denn auf auf einen früheren Flug nach LA buchen könnte? Ich sehe in der Abflugtafel, dass vor meinem neuen Flug noch 3 weitere starten. Dafür wäre sie nicht zuständig. Ich könnte die Nummer von der Reservierung haben. Nein, sie kann mich nicht durchstellen…Ich erreiche dort dann auch tatsächlich jemanden, der mir nur wieder erzählt, dass sie da nichts für ich tun könne…. Ich bin innerlich auf 180, versuche aber noch freundlich, aber sehr klar zu bleiben….

Also checke ich dann für den Flug, den ich gekauft habe ein. Online geht es nicht, ich solle mich an einen Agent wenden. Ich frage, wo ich nach LA einchecken kann. Das ginge nicht am Schalter, sondern nur noch am Automaten. An diesem geht es dann auch, aber ich kriege keinen Sitz zugewiesen. Ich solle mich an einen Agent wenden….Und dieser ist erst kurz vor Boarding am Gate zu erreichen. Also nochmal einige Stunden an dem fürchterlichen Honolulu Airport rumhängen, ohne ausreichende Steckdosen, ohne WIFI.

Ich genehmige mir für 22 Dollar eine kleine Tiefkühlpizza und ein Bier, das muss jetzt mal sein, auch wenn es gerade erst mittags ist. Die Pizza ist klein und schmeckt nach gar nix – so was würde in Deutschland max. die Hälfte kosten…

Ich rufe dann im Hostel an, dass ich später komme, wie ich denn um diese Zeit am Besten zu ihnen kommen würde? Ich kriege eine Auskunft, die mir einige Rätsel aufgibt, aber mittels internet kriege ich es dann raus, wie ich mit Bus und Metro zum Hollywook Boulevard komme. Aber der Knackpunkt ist, dass es zeitlich wieder eng werden könnte. Ich komme erst um 23 Uhr Ortszeit an und ab 00:15 Uhr ist Schluss mit Metro. Ob es reichen wird? Oder nochmal mehr Geld für ein Taxi?

Der Abschuss ist dann noch als ich im Flieger sitze und den Getränkeservice frage, ob sie Bier haben. Und als er mir eingeschenkt hat, sagt er dass diese Dose Heineken 8 Dollar kosten würde. Ich dachte natürlich es wäre ohne Aufpreis und er hat mir auch nichts davon gesagt Und da werde ich nochmal sehr deutlich und mache ihm klar, dass ich gerade richtig sauer auf Hawaiian Airlines bin, weil ich gerade über 300 Dollar zusätzliche Ausgaben hatten, weil sie es nicht auf die Reihe bekommen würden, für ihre Defekte Verantwortung zu übernehmen und ich der Meinung bin, dass zumindest dieses Bier auf die Kappe von Hawaiian Airlines gehen sollte. Ich kann ihn sogar davon überzeugen. Immerhin ein kleiner 8-Dollar-Sieg, der mir die Anerkennung meines Nachbarn bringt…

Ich hätte erwartet, dass sie sich darum kümmern mich kostenfrei auf den nächsten Flug nach LA umzubuchen, auch wenn es nicht ihr eigener ist. Und mir als Entschädigung für die Verzögerung vielleicht noch ein Upgrade auf Business-Class anzubieten. Ist das zuviel verlangt?

So, jetzt habe ich mir das im Flieger sitzend mal von der Seele geschrieben. So langsam aber sicher sind wir auf dem Pazifik dem Sonnenuntergang entgegen geflogen und es sind jetzt noch gut 2 Stunden bis LA. Fortsetzung folgt….


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Geschützt: Maui – persönliche Reflektionen

Posted from Haiku-Pauwela, Hawaii, United States.


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Maui

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Der Flughafen von Maui sieht einladender aus als der von Honolulu. Ich fnde auch gleich den Shuttle-Bus zu meiner Autovermietung und kurz darauf sitzte ich in einem fast neuen Chevy Spark, den ich über eine deutsche Website reserviert habe (Das ist viel günstiger als es direkt in USA zu buchen, da bei den lokalen Angeboten keine Versicherug dabei ist und man diese zu horrenden Preisen extra dazu buchen muss. Die Amis selber nutzen ihre bestehende private Autoversicherung auch für den Mietwagen oder sind über ihre Kreditkarte versichert). 25 EUR pro Tag inkl. allem (Versicherung ohne Selbstbeteiligung) ist ein ziemlich guter Deal. Zumindest eine Sache, die auf Hawaii einigermassen günstig ist…

Apropos Preise: Hawaii war ja schon immer teuer, aber durch den schlechten Wechselkurs zum Euro (fast 1:1) ist es in de letzten Monaten noch mal 40 % teurer geworden. Ich habe ein einziges Hostel gefunden, dass unter 100 Dollar pro Nacht kostet (mit Schlafsaal-Unterbringung). Hotelzimmer wären nochmals deutlich teurer und 200 Dollar pro Tag nur fürs Übernachten auszugeben, würde meine Reisekasse zu stark belasten. Und da meine privaten Bemühungen einen work-against-accomodation-exchange, ein coachsurfing oder einen Schlafplatz bei Freunden von Freunden zu bekommen bisher erfolglos waren, habe ich mich auf Camping eingestellt. Auch das ist nicht so einfach, da es nicht viele Campingplätze gibt und die meisten auch mit langer Voranmeldefrist vergeben werden. Aber eine Handvoll Möglichkeiten gibt es. Allerdings habe ich keine Campingausrüstung mehr (die ich in Neuseeland und Australien hatte war schlechte Billigware und für einen längeren Aufenthalt eh nicht zu gebrauchen). Und nach kurzer Recherche stelle ich fest, dass es auf Maui auch keine vernünftigen Läden für Campingausrüstung gbit. Also was tun? Wieder durch eine Web-Recherche bin ich drauf gekommen, dass Amazon problemlos an eine beliebige Adresse in den USA liefert, sogar nach Hawaii. Man logt sich dazu ganz einfach mit den deutschen Zugangsdaten auf der amerikansichen Seite amazon.com ein, wählt eine Lieferadresse, stellt die Zahlung auf Kreditkarte ein und los gehts… Ich brauchte also nur für die erste Nacht eine Unterkunft, die ich als Lieferadresse hernehmen konnte. Das einzige Hostel unter 100 Dollar/ Nacht hat auch noch ein Bett für mich frei…. Allerdings antworten die nicht auf meine Frage, ob ich ein Paket zu ihnen liefern lassen kann. Nicht per Mail, nicht per Facebook, gar nicht. Also rufe ich von Fiji aus an und kriege eine telefonische Bestätigung, dass das ok ist. Und Amazon kriegt es auch hin innerhalb von drei Tagen zu liefern, da bin ich noch auf Samoa.

Als ich ein paar Tage später im Hostel einchecke, ist das Paket auch tatsächlich da. Aber es ist geöffnet worden, es gibt keinen Lieferschein und es fehlt eine Sache! Der Typ von der Rezeption behauptet es tue ihm sehr leid, aber das Paket sei schon so geliefert worden, d.h. in offenem Zustand. Ich traue ihm nicht so ganz, aber ich kann eh nichts beweisen. Also reklamiere ich bei Amazon und ich muss sagen, dass ich von deren Kundenservice wirklich begeistert bin. Sie antworten innerhalb einer Stunde und sagen und stellen keine weiteren Fragen, sondern versuchen mir wirklich unkompliziert zu helfen. Sie schreiben, dass sie normalerweise sofort Ersatz schicken würden, aber in diesem Fall wurde die Ware nicht von ihnen selber verschickt. Und so machen sie mir eine Gutschrift über den vollen Betrag inkl. der Transportkosten, mit dem Angebot, dass ich bei einer Neubestellung eine kostenfreie Expresslieferung erhalten würde. Fünf Minuten nachdem ich die neue Bestellung abgesendet habe, bekomme ich auch schon eine Mail, dass sie die Transportkosten gestrichen hätten und mir innerhalb eines Tages liefern würden. Was dann tatächlich auch so passiert! Man mag von Amazon ja halten was man will, aber in Sachen Kundenservice, Reaktionszeiten und kulanten Regelegungen bei Reklamationen sind sie wirklich spitze! Jetzt habe ich nicht nur eine qualitativ gute Campingausrüstung, sondern auch ein externes Powerpack zum Aufladen von Tablet und Handy. Das Tablet läuft inzwischen wieder etwas stabiler, aber so richtig zufriedenstellend ist Laufzeit nicht. Immerhin kommt es nicht mehr zu den plötzlichen Abstürzen der Batterie. Scheint an der Art des Ladens zu liegen, d.h.wenn es beim Laden Spannungsschwankungen gab, dann mag das der Akku offenbar nicht. Und Spannungsschwankungen sind ja in vielen Ländern an der Tagesordnung….

Ich könnte jetzt also campen, aber einige Tage vor der Ankunft in Maui bekomme ich eine Nachricht von Freunden von Freunden, dass ich bei Ihnen in einem Appartment unterkommen könnte. Nach der nicht so tollen Nacht in dem Tour-Ort Lahaina, bin ich sehr gewillt mir das Angebot näher anzusehen. Und ich bin sehr posititv überrascht. Es ist ein Paar mit deutsch-argentinischen Wurzeln, die ein alternatives Heilzentrum betreiben. Und da die Tochter von Chinta gerade in Thailand ist, kann ich das Appartment für die 2 Wochen haben und zahle lediglich 500 Dollar dafür. Eine schöne Wohnung, mit Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer mit grossem Flatscreen, blueray-player und 4 m2 grossem Bett….Was für ein Luxus!

Drumherum gibt es eine richtige, kleine Community mit ca. 15 Leuten und ich habe mal wieder einen wirklich guten Platz gefunden, wo ich herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen werde. Gemeinsame Ausflüge, Gespräche, mal zusammen essen…..und sogar einen Pool für aquatic bodyork!

Mittlerweile habe ich schon eine ganze Reihe Wassersessions mit Chinta ausgetauscht und es ist richtig schön am Fliessen. Ich habe mit Ricardo und Chinta einen Badeausflug zu einem sehr versteckt gelegenen, wunderschönen Wasserfall gemacht, den ich alleine nie gefunden hätte. Wir haben einmal zu dritt und einmal zu viert bei mir gemütlich auf dem grossen Bett gelegen und zusammengekuschelt Filme geschaut. Und ich habe ziemliche Glücks- und vielleicht sogar etwas Verliebtheitsgefühle zu der 24 jährigen Monika entwickelt. Ihre Umarmungen und die ganz dezenten Zärtlichkeiten, die wir austauschen, sind der Himmel auf Erden….

Und dann gibt es noch schöne Wanderungen, eine lebendige alternative Szene, Tanzmeditionen, exctatic dance, sweat your prayers, 5 rhythms, Esoterik-Konzerte, nette offene Leute (nicht so aufgesetzt happy wie in USA Mainland, sondern vielfach mit authentischem Aloha-Spirit), schöne Beaches, halsbrecherische Surfer. Zuerst kam es mit etwas ähnlich vor, wie die kanarischen Inseln, aber es ist doch in vielem ganz anders…. Maui könnte mal wieder so ein Platz mit Hängenbleiben-Potenzial sein. Aber ich habe immer noch nicht das Gefühl, dass meine Reise schon rund und abgeschlossen ist und bin mal gespannt, was mir an der Westcoast der USA, in Kanada und Südamerika begegnet….

Chris Spheeris Konzert:

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Der wilde Nordosten:

Einmal war ich nochmal zurück in der Welt der 5-Sterne-Ressorts, weil ich abends zu einer Show wollte. Und ich habe mich dort in dieser künstlichen Luxuswelt fremd gefühlt. Schöne Strände, die aber nicht mehr das ursprüngliche Feuer des wilden Maui versprühen. In der Gegend, wo ich war, gibt es aber keine touristischen Unterkünfte und ich bin heilfroh, dass ich durch die private Unterkunft das ursprünglichere Maui erleben durfte und gute Tipps bekommen habe, wo es am wildesten und authentischsten ist. Aber ich wollte Elvis sehen! Ich dachte, dass die Amis das sicher gut drauf haben – show business! Und da ich damals als Elvis 1977 starb und sie auf einmal überall seine Musik im Radio spielten ganz begeistert davon war und als 11 jähriger zum Elvis-Fan wurde, musste ich mir dieses Spektakel geben….

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Inzwischen ist mein Musikgeschmack etwas differenzierter geworden, aber ich höre immer noch gerne Elvis – ab und zu… Und der Elvis Imitator, der abwechselnd in Las Vegas, Honolulu und auf Maui auftritt, war wirklich gut. Ich dachte Elvis ist wieder auferstanden!

Tourismus Gebiet im Südwesten:

Südosten:

Das einzige, was ich lieber nicht so genau anschauen möchte, ist meine Kreditkartenabrechnung. Aberi eines ist klar: Hawaii wird mit grossem Abstand bisher meine teuerste Location sein!

Beaches an der Nordküste:

Vulkagebirge im Zentrum des Westteils, zwischen 2000 und 3000 m hoch:

Nordwesten:


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Einreise in die USA – erstmals von Westen kommend

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Wer glaubt, die USA seien eine führende Weltmacht, wirtschaftlich und technologisch ganz vorne mit dabei, der sitzt wahrscheinlich einem Mythos aus dem vergangenen Jahrhundert auf. Wenn man zuvor in Asien war, dann merkt man deutlich, wer inzwischen die Standards setzt.

Wenn man sich als Möchtegern-Weltpolizist aufspielt und als jemand dessen Ideologie von freier Marktwirtschaft ein so hohes Gut ist, dass es gerne auch ausserhalb des Landes mit Waffengewalt verteidigt wird, der braucht sich nicht wundern, dass er sich selbst an die Security-Kette legt aus ständiger Angst vor bösen Terroristen.

Teil 1: Die Einreisebestimmungen

Um sich für eine eventuelle Einreise für die USA bewerben zu dürfen, muss man inzwischen eine ganze Reihe an Kriterien erfüllen. Man muss einen Pass haben mit biometrischen Daten auf einem Chip, man muss die Daten dieses Passes einige Tage vor der Einreise online registrieren (ESTA). Wenn man ein online-approval hat, heisst das noch nicht, dass man ein Visum erhält, man erwirbt lediglich das Recht ein Flugzeug Richtung USA besteigen zu dürfen. Und ausserdem braucht man ein Rück- oder Weiterflugticket, dass innerhalb von 90 Tagen einen wieder aus dem Land weist und zwar ganz weit weg: Canada, Mexico oder die Karibik reichen da nicht aus. Und dieses Ticket darf sogar nicht erstattungsfähig sein, denn sonst könnte man ja auf die Idee kommen mal so eben ein Ticket zu erwerben und es nach der Einreise gleich wieder zu stornieren. Auch wenn man gar keine 90 Tage in den USA bleiben will, sondern nach ein paar Wochen auf nach Canada möchte – ein Land das einem ganz easy ein Visum für 6 Monate ausstellt – dann kommt man damit offiziell nicht durch. Ich habe die Bestimmungen im Wortlaut gelesen und dann noch in Internetforen über die Praxis recherchiert und gepostet. Die Amis meinen es tatsächlich ernst und verweigern schon gerne mal die Einreise, wenn man nicht alles korrekt berüchsichtigt hat. Also habe ich brav genau 90 Tage nach der Einreise in Honolulu mir schon mal ein Ticket von Toronto (Canada) nach Cuzco (Peru) besorgt. Eigentlich möchte ich den September evtl. noch in Canada bleiben, aber das geht nur, indem ich den Flug umbuche, da ich das frühere Datum für die USA-Einreise brauche. Aber die Umbuchung des Fluges ist immer noch günstiger und sicherer möglich als sich für ein Vorab-Visum für die USA zu bewerben. Ein grosser Papierkrieg, dann muss man auf einen Termin für ein persönliches Gespräch in einer US-Botschaft warten (was auch mal länger dauern kann), ist eine ganze Menge Geld los und der Ausgang ist ungewiss…

Teil 2: Die tatsächliche Einreise

Kontrolliert wird vorm Abflug lediglich die ESTA, nach einem Weiterflugticket fragt bei Fiji-Airways niemand. Als wir kurz nach Mitternacht in Honolulu landen (Und täglich grüsst das Murmeltier, schon wieder ist es Freitag, der 05. Juni, da wir die internationales Datumsgrenze überflogen haben) bin ich unter den ersten 20, aber die laufen so langsam, dass ich mit meinem nach fünfstüdigem Stillsitzen genährtem Bewegungsdrang, die 20 locker überhole und als erster bei der Immigration stehe. Der Beamte asiatischer Abstammung ist nett und ausserdem bin ich bei solch offiziellen Situationen meist betont freundlich und setze einen lockeren smalltalk auf. Die üblichen elektronischen Fingerabdrücke und ein Foto vom Gesicht, eine kurze Frage wie lange ich in Hawaii bleibe, und schon habe ich nach noch nicht mal zwei Minuten ein 90 Tage-Visum im Pass. Na also, geht doch! Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir den ganzen Zinnober mit monatelang im Voraus gebuchten Flügen sparen können, aber man weiss ja nie an wen man gerät (vgl. die Schikanen bei der Einreise nach Neuseeland…)

Teil 3: Zeit totschlagen in Honolulu international airport

Kurz nach Mitternacht sind wir gelandet. 20 Minuten später stehe ich mit meinem Gepäck und einem gültigen Visum im Pass in der lauen Nachtluft von Honolulu Airport und überlege, wie ich die Zeit bis zu meinem Anschlussflug nach Maui um 7 Uhr überbrücke. Ich hatte gedacht, dass es auf einem internationalen Flughafen, zumal in einem Land wie den USA, eine öffentliche Lounge gibt mit Bars, Cafes, Restaurants und Shops die alle 24/7 geöffnet sind. Ich hätte schon noch Lust auf kühles Bier und einen ordentlichen amerikanischen Burger mit Pommes, und ausserdem würde ich mir gerne eine SIM-Karte für mein Handy kaufen. Aber nichs von alledem ist möglich. Der Airport – der gar nicht so klein ist – ist wie ausgestorben und es ist wirlich alles, und damit meine ich ALLES, geschlossen. Und das blöde ist, dass ich noch nicht mal frei herum laufen darf, wo ich möchte. Alles ist abgesperrt und ich werde von einem officer mehr oder weniger freundlich darauf hingewiesen, dass ich mich zu dem gekennzeichneten Bereich in Terminal 5 zu begeben habe. Dort haben sie eine kleine Ecke geöffnet mit Sitzgelegenheiten, in dem ca. 50 Leute, die in der gleichen Situation sind wie ich, zusammen gepfercht haben. Die Lust ist stickig und Kinder toben herum, kein angenehmer Ort, um noch eine Mütze Schlaf zu kriegen. Es gibt nichts zu trinken dort und gerade mal eine funktionierende Steckdose, der Rest ist kaputt. Freies WLAN, wie mittlerweile auf fast allen Flughäfen verfügbar, gibt es in Honolulu natürlich auch nicht. Nach einige Diskussionen mit dem Wachpersonal darf ich mich draussen im Freien, neben der Raucherecke, aufhalten. Da ist die Luft immer noch beser als drinnen. Und so legen ich mich einfach auf das Pflaster mit meinem Gepäck als Kopfkissen und versuche ein wenig zu dösen, was aber nicht wirklich gelingen mag, da in der Nähe laute Maschinengeräusche von irgendeiner Nachtbaustelle rüber dröhnen. Ab 4 Uhr wird der Autoverkehr stärker und dann werden auch die Absperrungen geöffnet und man darf sich wieder frei bewegen. Die ersten vereinzelten Flüge werden abgefertigt. Aber nach wie vor hat kein Caffee geöffnet…..

Zumindest finde ich jetzt nach einigem Suchen eine funktionierende Steckdose, so dass ich ein wenig an meinem Blog schreiben kann.

Um 5:30 Uhr wird es hell und dann kann ich auch einchecken für meinen nächsten Flug. Eine Stunde später ist boarding und ich besteige eine etwas klapprige Propellermaschine. Der Pilot lässt den Motor im Stand aufheulen und macht einige Tests und befindet dann, dass er mit dieser Maschine lieber nicht fliegen möchte. Also wieder alle aussteigen, eine weitere halbe Stunde warten und dann starten wir schliesslich nach Maui.


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Reisekosten Samoa

Hier kommt die Ausgabenübersicht für Samoa

Durchschnittlicher Tagessatz für Unterkunft, Essen, Transport, Eintrittsgelder:

70 EUR x 8 Tage = 561 EUR (gerundet)

Extras: Keine

Dies entspricht durchschnittlich 2100 EUR / Monat

Obwohl Samoa eigentlich ein günstigeres Südseereiseziel ist als Fiji, habe ich dort mehr als doppelt so viel ausgegeben. Aber das liegt an der Art des Reisens. Mietwagen und einfache Unterkünfte sind eben teurer als ein privater Austausch Unterkunft+Essen gegen Arbeitsleistung, selbst dann, wenn wir auf Samoa überwiegend zu dritt unterwegs waren.


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Was mich an Samoa nervt

Eine gewisse Wurschtigkeit. Dinge voran zu bringen, mit Arbeit und Engagement etwas zu erreichen sind hier eher Fremdworte. Wenn der Tsunami die Unterkünfte am Strand zerstört hat, dann baut man sie auch Jahre später nicht wieder auf.

Man setzt sich lieber den ganzen Tag an die Strasse zum Strand und zockt die Touristen ab, indem man uanständig hohe Strassengebühren erhebt: Keine 2 oder 3 Dollar – nein das können locker mal 20 Dollar sein! Selbst wenn es sich um die Zufahrt zu einem Hotel oder Restaurant handelt muss man zahlen.

Selbst die Polizisten kassieren gerne bei kleinen Regelverstössen – natürlich ohne Quittung in die eigene Tasche.

Diese Tropenkoma-Atmosphäre hat mich auch ein Stück weit angesteckt- das liegt auch zum Teil einfach am Klima. Auch zum Essen braucht man ja nicht unbedingt etwas anbauen: Man musst nur warten und pflücken. Und so werden eben auch die Touristen “gepflückt”


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Was ich an Samoa liebe

Noch abgelegener als Fidschi. Eine winzige Insel in the middle of nowhere. Samoa ist deutlich kleiner als Mallorca!

Diese Lage hat einen besonderen Charme. Ich hatte das Gefühl unendlich weit weg von allem zu sein. Das Weltgeschehen kann sich irgendwo anders abspielen: Naturkatastrophen, Kriege, Flüchlingsströme, Revolutionen, Wirtschaftskrisen…. Es würden wohl Wochen vergehen, bis man davon in Samoa etwas mitbekommt, wenn man sich vom Internet fern hält. Auswirkungen auf das beschauliche Leben dieser Insel würde es wohl kaum haben.

An einem halben Tag ist man einmal um die Insel herum gefahren und die Leute sind dadurch recht eng miteinander verbunden. Man kann ja auch nicht mal eben schnell mal woanders hin… Alles (ausser dem amerikanisch besetzten Ostteil Samoas) ist einige Flugstunden entfernt.

Trotz der extremen Insellage ist die Versorgungssituation recht gut. Die Supermärkte sind gut bestückt.

Traditionen werden gepflegt: Wo gibt es das sonst schon, dass Polizei- und Schuluniformen auch den männlichen Teil der Bevölkerung in Röcke stecken? Es hat einen sanften Charme.

Mir ist keine Armut begegnet und das Klima und der Boden geben zum Leben offenbar mehr als genug her. Man braucht wegen der Wärme kaum Kleider und traditionelle Häuser haben keine Seitenwände, d.h. man kann mit wenig Materiellem ganz gut leben.


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Tropenkoma in Samoa

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Der Flug von Fiji nach Samoa startet mit mehr als einer Stunde Verspätung. Das gibt mir Gelegenheit im Wartebereich eine Gruppe Samoaner zu beobachten, die innbrünstig zu schnulziger Südseemusik aus dem Ghettoblaster singen. Später sitzt eine davon im Flugzeug neben mir und ich erfahre, dass sie aus Phoenix/ Arizona kommen und in den USA geboren und aufgewachsen sind. Das letzte Mal wären sie vor 12 Jahren in der Heimat ihrer Eltern gewesen. Ich erfahre so einiges über Samoa. Ein nettes Gespräch.

Die Einreise geht genauso unkompliziert wie ein Fiji, auffällig ist lediglich, dass der Zoll mit Drogenhunden herum spaziert. Hinter der Immigration die obgligatorische Südsee-Life-Musik in Erwartung von einigen Dollars Trinkgeld – wie auch schon auf Fiji und ich könnte wetten, dass es in Hawaii auch so sein wird – obwohl…..mal sehen, da lande ich mitten in der Nacht…

Samoa ist eines dieser kleinen Pünktchen im grossen blauen Pazifik, die man auf dem Globus mit der Lupe suchen muss, etwa auf halber Strecke zwischen Neuseeland und Hawaii ganz in der Nähe der Datumsgrenze. Das heisst während es hier schon heute ist, ist das benachbarte American Samoa von gestern…. Das war bis vor kurzem anders, bis sich Samoa vor ein paar Jahren entschieden hat auf die westliche Seite der Datumsgrenze zu wechseln und somit &näher& an Neuseeland und Australien als an Amiland zu rücken. Um den gleichen Dreh herum haben sie dann auch auch den Strassenverkehr von rechts auf links umgestellt….. Es fahren also noch etliche Autos herum mit dem Lenkrad auf der linken Seite, was im Linksverkehr natürlich suboptimal ist. Ich habe darauf geachtet dass mein Mietwagen ein Rechtslenker ist…

Nachdem Fiji im Winter zur Trockenzeit moderate Temperaturen hat und es abends sogar mit nur knapp über 20 Grad etwas frisch werden kann, bin ich in Samoa definitiv wieder in den Tropen angekommen. Obwohl es früher Abend und bereits dunkel ist kommt mir feuchtwarme 30 Grad-Botanischer-Garten-Tropen-Gewächshaus-Luft entgegen. Angenehm!

Als ich mir gerade beim Mobilfunkanbieter meine lokale Sim-Karte fürs Handy besorge, spricht mich eine junge Frau an, ob ich mir mit ihr und ihrem Freund ein Taxi nach Apia (der Hauptstadt) teilen möchte. Es gäbe angeblich keine Busse mehr. Da der verhandelte Preis pro Person genau dem Preis entspricht, den wir auch für den Bus bezahlt hätten, ist das ein guter Deal mit Direkt-vor-die-Haustür-Service. Die Beiden stammen aus Nürnberg und sind auch auf Weltreise unterwegs. Wir kommen nett ins Gespräch und so frage ich sie, ob sie Lust haben mit mir den Mietwagen zu teilen, den ich bereits reserviert hatte und gemeinsam die Insel zu erkunden. Wir tauschen Kontaktdaten aus und am nächsten Tag treffen wir uns in Apia, stellen fest, dass wir ähnliche Pläne haben (nämlich gar keine, d.h. so treiben lassen und erkunden…) und verabreden uns für den nächsten Tag um 10 Uhr.

Das Hotel ist ganz angenehm und das Personal ist sehr nett. Ich habe einen Schlafplatz in einer Fale gebucht, ein traditionelles samoanisches Haus, das eigentlich nur aus einem Palmdach, einem Holzfussboden, einer Matratze auf dem Boden, einem Moskitonetz und einer abschliessbaren Holzbox für die Wertsachen besteht. Ich teile mir die Fale mit einem Amerikaner vietnamesischen Ursprungs, der zum Glück nicht schnarcht. Es ist angenehm luftig quasi im Freien zu schlafen und die sanfte warme Brise tut gut. Die Zimmer hätten das dreifache gekostet und wären so stickig heiss gewesen, dass man die ganze Nacht die Aircondition hätte laufen lassen müssen, wie mir andere Gäste beim Frühstück versicherten.

Am Abend gehe ich noch zu einer wirklich guten Pizzeria um die Ecke, wo ich aus dem Holzofen die beste Pizza seit langem esse. In Italien ist es auch nicht besser. Allerdings ist der Preis mit 17 EUR auch nicht gerade billig. Das Restaurant ist um 21 Uhr fast leer und es sind nur zwei sehr attraktive, junge Frauen anwesend, die so ausdauernd mit dem Kellner flirten, bis er schliesslich nachgibt und sich zu ihnen an den Tisch setzt. Die Kollegen haben offenbar Verständnis und übernehmen meine Bedienung ;-)

Nach einer Weile komme ich mit den Dreien ins Gespräch und ich erfahre, dass es Einheimische sind. Hätte ich nicht gedacht. Viel eher hätte ich sie für Australier mit europäischen Wurzeln gehalten. Ich erfahre noch ein bisschen mehr von Samoas Geschichte unter anderem, dass es bis zum ersten Weltkrieg sogar mal eine Weile deutsche Kolonie war. So haben viele weisse Samoaner auch einen gewissen Anteil deutsche Wurzeln. Und auch sonst scheinen hier eine ganze Menge Nationalitäten über die letzten Jahrhunderte ihre Einflüsse und Gene hinterlassen zu haben. Die Mischung kann sich sehen lassen! Den deutschen Einfluss sieht man teilweise noch an den Namen der Leute oder der Unternehmen. So gibt es ein Gasthaus Adler und ein Hotel Insel Fehmarn…..

Allerdings haben die christlichen Missionare auch hier eine brutale Spur der kulturellen Verwüstung hinterlassen. 99 % der Samoaner sind Christen und zwar vielfach von der schlimmsten evangelikalen Sorte. Keine Spur mehr von der freizügigen Südseekultur wie sie der Maler Gauguin noch so wundervoll mit seinen stolzen, barbusigen Schönheiten und farbenfroh-lebenslustigen Szenen festgehalten hat. Die christliche Gehirnwäsche hat auch hier funktioniert und es herrscht ein rigider Moral- und Kleidungskodex. Gerne hätte ich mal die ursprüngliche Kultur kennen gelernt, aus der Zeit bevor die Missionare aus Europa kamen…..und dabei denke ich natürlich mehr an Singen, Tanzen und Flirten mit halbnackten Südseeschönheiten, als daran, dass ich vielleicht im Kochtopf des Häuptlings gelandet wäre. Zumindest ein Pluspunkt auf der Seite der christlichen Missionare, dass sie die Leute dazu gebracht haben die Fleischsorte zu wechseln…

Am Samstag hole ich die beiden Nürnberger von ihrer Coachsurfing-Adresse ab und wir fahren noch kurz in die Innenstadt um einige Dinge zu erledigen. Als ich dann umdrehe und aus der Stadt heraus fahren möchte, mache ich eine unangenehme Bekanntschaft mit zwei Polizisten, die einen Staatsakt daraus machen, dass ich beim Wenden eine durchgezogene Linie überquert habe. Drohgebärden von Führerscheinentzug bis zu Gerichtsverhandlung und dem Verfallenlassen meine Weiterflugs, weil sie mich nicht aus dem Land lassen würden. Ist schon klar auf was das hinaus läuft. Es geht um die Verhandlung der Höhe des Bestechungsgeldes. Ich frage indirekt höflich, welche Gebühren denn fällig wären, wenn ich die Sache direkt hier vor Ort begleichen würde. Schliesslich bin ich rund vierzig Euro los und darf weiter fahren. Er fragt mich nochmal nach meinem Namen und tut so als ob er eine Quittung schreiben würde, aber es ist offensichtlich, dass er etwas auf seinem Block herumkritzelt und nur so tut als ob…. 50 Tala für jeden der beiden Polizisten vor dem langen Wochenende mit dem Unabhängigkeitstag…..ich bin mir fast sicher, dass sie Einheimische nicht so zur Kasse gebeten hätten. Polizisten als Touristenmelkmaschinen…..Die Samoaner feiern übrigens die Unabhängigkeit von den Briten, nicht von den Deutschen! Die Briten hatten sich während des ersten Weltkrieges Samoa unter den Nagel gerissen, weil die Deutschen zu Hause in Europa ziemlich anderweitig beschäftigt waren…. Aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass die Währung deutsche Wurzeln hat. Tala klingt phonetisch fast gleich wie Taler….

Mit den anderen beiden ist es so richtig schön entspannt. Es passt gut und wir verstehen uns prima. Sie haben das gleiche langsame unverplante Reisetempo, das uns Weltreiseden gemeinsam ist. Kein Reisestress in möglichst kurzer Zeit viel sehen zu müssen und sich danach noch ein paar Tage effektiv am Strand turboentspannen zu müssen, um wieder fit fürs Arbeitsleben zu sein. Zeit spielt einfach keine Rolle und die Tage dürfen so dahinplätschern und sich entwickeln, wohin sie sich eben hinentwickeln wollen. Letztlich ist alles interessant, was so passiert…..auch und gerade wenn es mal nicht rund läuft. Ich wollte schon schreiben &wenn es mal anderes läuft als geplant&, aber wenn man gar nicht erst plant, dann fällt dieser Aspekt einfach weg….

Wir finden ein BBQ am Weg, dargeboten von ein paar Jungs, die mit ihrer Lieblingsmusik und dem Grill eine gute Zeit haben. Wir bleiben ewig an einer verlassenen Beachfale, lassen und das Gegrillte schmecken, haben nette Gespräche und schauen aufs Meer. Irgendwann kommt der Impuls weiter zu fahren und wir sind aufgrund der Wegelagerei etwas pikiert. Es gibt keinen Wasserfall, keine Zufahrtsstrasse zum Strand, keinen Naturpool, wo nicht irgendjemand davor stehen würde und Gebühren verlangen würde. Und nicht zu knapp: Ein Wasserfallfoto: 4 Euro, eine Strandzufahrt: 8 Euro, ein Naturpool: 16 Euro….. Selbst dort wo Unterkünfte am Strand ausgeschildert sind, stehen zuvor erst mal die Wegelagerer und kassieren. Selbst wenn mal sagt, man wolle nur mal die Unterkunft abchecken. Ich mache mir einen Spaß draus zäh zu verhandeln und zu argumentieren und meistens klappt es dann sogar ohne Geld, oder mit weniger davon…

Die Unterkunftssuche gestaltet sich schwieriger als erwartet. Vor einigen Jahren gab es einen Tsunami und auch immer wieder Wirbelstürme. D.h. viele einfache Unterkünfte, die noch im Reiseführer oder online stehen, gibt es nicht mehr, oder sie sind verlassen, verwahrlost oder eigentlich in gutem Zustand aus unerfindlichen Gründen geschlossen.  Wir fragen in kleinen Dörfern nach Schlafmöglichkeiten und werden auf Drinks und Früchte eingeladen, haben nette Gespräche, aber finden keine Unterkunft. Schliesslich fahren wir bis an die Südküste und werden dort fündig. Eine nette Beachfale mit Veranda wo wir zu dritt nächtigen können und die Vollpension mit gutem Essen und freundlicher Bewirtung kostet pro Nase gerade mal 25 Euro. Und das vor weisser Sandstrand-Kulisse mit phototapeten-verdächtigen schräg ins türkisfarbene Korallenmeer wachsenden Kokospalmen…

Wir bleiben gleich mal drei Tage dort und machen nur ein paar Ausflüge und Spaziergänge. Auf der Fahrt zu einem abgelegenen kleinen Dorf lasten wir auf der schlammigen Piste dann lieber mal das Auto stehen, weil wir sonst stecken bleiben würden und gehen zu Fuss los. Aber schon kurze Zeit später stoppt ein Pickup-Truck von sich aus und lädt und ein auf der Ladefläche mitzufahren, so dass wir dann später nur den Rückweg zu Fuss haben.

In diesem Dorf ist es entspannt. Ein freundliches Hallo und niemand will etwas von uns, noch nicht mal unser Geld für irgendwelche Gebühren…

Am vierten Tag geht so einige schief: Es fängt an, dass ich beim Frühstück auf einmal auf etwas hartes beisse, obwohl ich nur weichen Toast, Ei und etwas Salatgarnierung esse. Ich untersuche die nicht besonders appetitliche Masse, die ich auf den Teller spucke und finde ein Stück weisses hartes Material. Ein Stück vom Zahn? Ich untersuche meine Zähne mit dem Finger und der Zunge und kann nichts auffälliges finden. Es tut auch nichts weh, als ich das Frühstück fortsetze. Wohl doch nur ein Muschelstückchen, das sich unter den Salat gemischt hat. Nach dem Frühstück schaue ich im Badezimmer nochmals genauer und merke &FUCK& , dass ganz unten rechts doch ein Stück von meiner Weisheit fehlt. Mist! Hoffentlich entzündet sich da nichts…. Nun gut, so werde ich dann wohl doch meine spezielle USA-Krankenauslandsversicherung in Hawaii in Anspruch nehmen müssen und dort einen Zahnarzt aufsuchen….Der Teller ist schon aufgeräumt und auch das Wühlen im Müll bringt nichts, das Zahnstückchen ist nicht wieder zu finden.

Wir machen Station an einem netten 30 m tiefen Wasserloch an der Küste, das wild eingewachsen ist nd zu dem man auf einer abenteuerlichen Leiter hinunter steigen lassen kann. Durch die unterirdische Verbindung zum Meer kriegt man indirekt die Wellenbewegungen in Form von interessanten Strömungen mit – schön zum Baden und Relaxen, auch die parkähnlichen Gartenanlagen ringsherum. Für den hohen Eintritt wird immerhin etwas geboten.

Wir fahren gemütlich an der Südküste entlang und schauen nach einem Platz für die Nacht. Aber es ist wie verhext: Die günstigen Beachfales sind alle verfallen und verlassen und es gibt nur sündhaft teure Luxusresorts. Die sind zweifelsohne wunderschön gelegen, aber spärlich besucht, was mich bei den Preisen auch nicht wundert: Übernachtung mit Frühstück 200 Euro pro Nacht aufwärts – pro Person! Ein paar Fales sehen wir noch, die in Betrieb sind, aber die sind an Plätzen, die nicht schön sind. Diejenigen Fales, die an schönen Stränden sind, sind wirklich alle ausser Betrieb. Fast so als ob die Luxusresorts den Besitzern Geld zahlen würden,, damit sie nicht wieder eröffnen, um die Leute in den Rachen dieser Wucher-Tourismus-Industrie zu treiben. Einen schönen Platz checken wir ab – mittlerweile ist es nur noch eine Stunde bis Sonnenuntergang – wo wir einen Bungalow für weniger als 150 EUR für drei Personen bekommen würden, inkl. Frühstück. Wir sind schon kurz darauf zuzusagen, wenn wir diesen Preis für zwei Nächte bekommen würden, damit wir von dem schönen Platz dann auch was haben würden – im hellen. Aber da ist nichts zu machen, das Angebot sei ein super walk-in-discount für diese Nacht und sonst würde es mehr als das Doppelte kosten. Hier wird der Unterschied zwischen dem Urlauber und dem Langzeitreisenden spürbar: Als Urlauber hätte ich vielleicht gesagt &scheiss drauf&, bin eh nur ne Woche hier und ich kann es mir leisten. Aber als Langzeitreisender ist das einfacher nicht drin, wenn man das gesetzte Budget nicht vor der Zeit verpulvern möchte.

Also fahren wir weiter bis zum nächsten Ort, der in Reiseführern als attraktiv und günstig beschrieben ist. Das Resort ist auch an der Kreuzung ausgeschildert und ich beschliesse diesmal die Wegelagerer an der Kreuzung zu ignorieren und rufe ihnen nur zu &we are just checking the resort&, und gebe Gas. Sie rufen mir noch was nach, aber mittlerweile ist bei mir auch etwas die Geduld für längere Verhandlungenn strapaziert, zumal es jetzt wirklich bald dunkel wird. Die Piste ist in schlechtem Zustand, nass und mit vielen Pfützen. Und auf einmal passiert es. Eine Pfütze ist tiefer als gedacht und hat auf einmal nach hat unter der Wasseroberfläche ein ordentliches, schlammiges Gefälle nach aussen. Ein kurzes Schlingern des Wagens und wir stecken fest, die linke Seite des Fahrzeugs mehr als einen halben Meter im Wasser und in so einer Schräglage, dass das hintere rechte Rad schon in der Luft hängt. Mist! Alles Anschieben hilft nichts – wir brauchen ein anderes Fahrzeug mit Abschleppseil oder Stange, um uns da wieder rauszuholen. Wir sagen uns, na gut, dann laufen wir eben zu Fuss zum Resort, checken dort ein und bitten sie uns rauszuholen. Kaum sind wir losgelaufen, kommt uns Pickup-Truck entgegen und wir bitten sie um Hilfe. Aber sie haben kein Seil dabei und zu allem Überfluss hören wir auch noch, dass dort am Strand niemand wäre – sie wären die letzten gewesen und Übernachtungsmöglichkeiten gäbe es dort auch keine. Sie bieten an, dass sie den Einheimischen vorne an der Kreuzung Bescheid geben könnten. Eine blöde Situation, nachdem ich sie vorher so abserviert habe, aber what to do….? Hätte ich mir doch vorher lieber die Zeit genommen ordentlich mit ihnen zu reden als einfach weiter zu preschen. Peinlich, peinlich, jetzt auf ihre Hilfe angewiesen zu sein….

Wir bleiben alle drei ruhig und gelassen und beraten, was wir jetzt am Besten machen. Wir beschliessen uns aufzuteilen: Die einen gehen zum Auto zurück,  die anderen checken am Strand ob es nicht doch noch ein Resort gibt, vielleicht einfach ein Stückchen weiter als die anderen waren. Schliesslich war es doch klar und deutlich ausgeschildert und in den Reiseführern und im Internet beschrieben….Wir beschliesen das bad guy – good guy Spielchen zu spielen, d.h. die anderen beiden gehen als good guys zurück zum Auto, warten auf die Einheimischen, die uns hoffentlich abschleppen kommen und stellen mich als bad guy dar, der einfach einen Knall hatte die Gebühr so unverschämt zu ignorieren…

Als wir uns trennen ist gerade die Sonne untergegangen, und da wir nahe am Äquator sind gibt es keine lange Dämmerung und es wird in Kürze stockdunkel sein. Ausserdem haben die Mosquitos in den vielen Waserlöchern Abendessenzeit und sind dabei uns zu piesacken. Aber es hilft alles nichts, ich laufe los und bin nach einer knappen halben Stunde am Strand angekommen. Im letzten Restlicht kann ich erkennen, dass es wunderschöner Platz ist und ich laufe noch mal einen Kilometer weiter, bis ich zu den Ruinen des Resorts komme. Mist! Ich rufe die anderen an und erfahre, dass sie alleine beim Auto stehen und dass noch niemand aufgetaucht ist….. Ich sage, dass ich jetzt mal zurück laufe und wir dann weiter beratschlagen. ich stelle mich schon drauf ein alleine zur Strasse zu laufen und zu versuchen jemanden zu stoppen, der uns helfen kann und wenn alles nichts hilft irgendwo in der Nähe des Autos behelfsmässig zu übernachten, was ohne Unterlage in der Nässe und ohne Moskitonetz auch nicht unbedingt ein Spaß wäre… Das sind so meine Gedanken,  während ich durch die Vollmondnacht zurück laufe. Aber auf einmal kommen mir zwei Fahrzeuge entgegen und ich bin froh zu sehen, dass es mit dem Abschleppen geklappt hat. Das Mietfahrzeug ist zwar auf der einen Seite dreissig Zentimeter voll Wasser gelaufen und schlammig, aber an der Elektrik ist nichts passiert und es scheinen auch keine grösseren Schrammen oder Beulen entstanden zu sein. Die anderen Beiden haben noch nicht mit den Einheimischen verhandelt, es hiess nur dass sie wenden, mich einsammeln und wir uns dann im Dorf sehen. Ich überlege mir schon mein absolutes Preislimit, denn ich denke, dass es bestimmt richtig teuer wird. Am Ausgang ist dann aber nur einer, der kein Englisch spricht und der zweite verliert auch nicht viele Worte und sagt nur 20 Tala. Das ist nur das Doppelte von dem was sie regulär an Strassengebühr wollten und ca. 8 EUR. Puh, da sind wir noch mal gut davon gekommen…

Wir checken dann noch die Websites von zwei weiteren Unterkünften ab: Die einen schreiben &sorry we are closed&, die anderen – ein deutsch-samoanisches Paar – schreiben, dass der bisherige Platz vom Zyklon zerstört wurde und sie einen neuen Platz hätten, aber dort wider Erwarten keine Bau- oder Renovierungsgenehmigung hätten. Wir fahren also weiter die Südküste entlang und gehen dazu über Einheimische zu fragen, ob sie irgendwelche Unterkünfte wissen würden….. Mehrfach werden wir auf irgendwelche Strassen geschickt, aber letztlich ist alles closed, obwohl wir manchmal Leute bei den Unterkünften antreffen. Einmal treffen wir auf kaum englisch sprechende Leute an einer einfachen Bungalow-Anlage, die uns immerhin ernsthaft helfen möchten, aber keine Befugnis haben uns einen Bungalow aufzusperren. Dann hat es den Anschein, dass sie es doch machen und nennen uns sogar einen Preis, machen dann aber doch einen Rückzieher, nachdem sie den Besitzer telefonisch nicht erreichen können. Sie beschreiben uns jedoch noch einen weiteren Platz in der Nähe. Jaja, da wäre sicher jemand da – es wäre halt nur nicht ausgeschildert. Als wir über eine abenteuerliche Piste dort ankommen, stehen wir nur vor einer weiteren Tsunami-Ruine…..

Wir sind schon drauf und dran die 2 Stunden wieder bis zu unseren alten Unerkunft zurück zu fahren und aufzugeben, weil wir mittlerweile die gesamte Südküste abgefahren sind und es schon nach 21 Uhr ist.  Aber da sehen wir noch ein neueres Schild, das den Weg zu einem &indigenous resort& weisst. Letzter Versuch….. Wir kommen bei einem ganz neuen Resort an, das erst vor einer Woche eröffnet wurde und noch nicht ganz fertig ist. Sehr schöne und geräumige Bungalows über einer klaren Süsswasserlagune ganz nah am Wasser gebaut. Ich kann den Preis um mehr als 30 % auf unter 100 EUR pro Nacht für uns drei runterhandeln und wir entschliessen uns zu bleiben, obwohl die Installationen, Möbel und Anstriche noch nicht fertig sind. Aber wir sind froh einfach einen Platz zum Schlafen gefunden zu haben. Abendessen gibt es keins mehr, aber kühles Bier und Kartoffelchips tun es auch. Und wir haben nette Gespräche mit dem Eigentümerpaar, er Samoaner, sie Neuseeländerin, die nach vielen Jahren in Neuseeland hier investieren und sich ganz engagiert einen Traum verwirklichen, indem sie ein gehobenes Eco-Resort mit starker Beteiligung des benachbarten Dorfs errichten. Das ist ein anderes Konzept, das sogar den Premierminister als Gast zur Eröffnung beschert hat, wie sie stolz berichten. Aber auch dieses Resort würde normalerweise über unserem Budget liegen, denn der spezielle Preis, den ich heraus handeln konnte, lag hauptsächlich darin, dass es noch eine halbe Baustelle ist und sie ausserdem noch keinerlei Werbung gemacht haben (mit Ausnahme eines Fernsehberichts über den Besuch des Premierministers).

Am nächsten Morgen beratschlagen wir, war wir jetzt weiter machen. Wir sind noch relativ weit im Westen der Insel, nicht weit weg von dem Fährhafen zur Nachbarinsel, wo die Beiden noch Zeit verbringen wollen. Und günstige Unterkünfte in Verbindung mit schönen Unterkünften gibt es nur noch im äussersten Südosten der Insel, auf einem Streifen von ca. 10 km, die Gegend wo wir die ersten drei Nächte schon waren. Also beschliessen wir uns vorzeitig zu trennen, da die ursprüngliche Idee uns gemeinsam langsam nach Westen vorzuarbeiten und ich die Beiden an der Fähre absetze und dann den Wagen am Flughafen (der ganz in der Nähe des Fährhafens liegt) an den mangelnden bezahlbaren Unterkünften gescheitert ist. Ich beschliesse also für die letzten beiden Tagen in den Südosten zurück zu fahren und die anderen wollen noch einen weiteren Tag in dem grossen Bungalow bleiben und einfach entspannen…

 Am Nachmittag bin ich dann im Südosten angekommen und muss feststellen, dass die anvisierten Beach-Fales ausgebucht sind. Aber 500 Meter weiter finde ich noch eine Beachfale, die wirklich seh einfach ist, aber ich habe ein Dach über mir, eine Matratze, ein Moskitonetz und einen wunderbaren Postkartenstrand direkt vor der (nichtvorhandenen) Tür. Mit 40 Tala pro Nacht sehr günstig, und zu den Mahlzeiten kann ich ins Restaurant des ausgebuchten Platzes gehen. Und ausserdem kann ich dort auch am kulturellen Animationsprogramm teilnehmen und Südessetänze probieren. Hier das Video mit den Mädels, danach waren die Jungs dran:

Es ist so ein bisschen ein Robinson-Gefühl, weil ich in meiner Fale alleine bin mit den Wellen und dem Wind,  aber es ist ein guter Platz zum Blog schreiben und Buch lesen…..und ab und zu mal ins fast 30 Grad warme türkisfarbene Meer tauchen…


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